Darstellende Kunst kann nur in der steten und unerschrockenen Erneuerung bestehen. Das Festhalten an alten Werken, überholten Strukturen, verstaubten Sichtweisen und ein Publikum, das die Kunst nicht mehr als Ort für Utopien begreift, führt zu ihrem Aussterben.
Ich verstehe es als meine primäre Aufgabe aus dem Geist der Musik und dem Drama (Sprechtheater) die uns umgebende Wirklichkeit zu hinterfragen. Das klassische Spartendenken aufzubrechen, Erzählkontinuitäten durch überraschend hereinbrechende Ereignisse zu sprengen und Inszenierungen performativ aufzuladen. Eine psychologische Präzision und das Spiel mit unterschiedlichen Erzählformen gründet das künstlerisch-ästhetische Handwerk. Sowie Ironie und sinnliche Bilder.
Es ist eine nie endende Suche nach einer Erweiterung poetischer Ausdrucksformen, jenseits der existierenden Grenzen.


VITA

  • Paul-Georg Dittrich
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Paul-Georg Dittrich studierte von 2007 bis 2011 Regie an der Theaterakademie Hamburg. Er inszenierte u.a. am Schauspiel Frankfurt, Theater Bremen, Theater Heidelberg, Schauspielhaus Wien, Theater Augsburg, Theater Aachen, Theater Kiel, Landestheater Tübingen, Stadttheater Bremerhaven, Theater Erlangen, Landestheater Schleswig-Holstein, Kampnagel Hamburg und an der Neuköllner Oper Berlin. Festivaleinladungen u.a. zu den Badenwüttenbergischen Theatertagen und zu Kaltstart Hamburg.

Deutscher Theaterpreis FAUST 2016 - Nominierung in der Kategorie "Regie Musiktheater" für die Operninszenierung WOZZECK von Alban Berg am Theater Bremen.
Stadtmagazin Klenkes wählt die Inszenierung "Orlando" nach Virgina Woolf zur "Besten Inszenierung" in der Spielzeit 13/14 am Stadttheater Aachen.
Preis der LTT-Freunde für die "Beste Inszenierung" in der Spielzeit 12/13 am Landestheater Tübingen.

Im Fokus von Dittrichs Arbeiten steht neben dem poetischen Geschichtenerzählen und der phantasievollen Einbeziehung von audio-visuellen Medien, immer auch die künstlerische Suche nach einer zeitgenössischen Symbiose/Vernetzung zwischen Musik- und Sprechtheater und nach experimentellen Spielformen.

In der Spielzeit 2016/17 werden Regie-Arbeiten u.a. an der Theater Bremen (Oper), am Theater Aachen, am Theater Erlangen und an der Neuköllner Oper Berlin entstehen.

News


Spielzeit 2016/2017

Theater Aachen - DIE WAND von Marlen Haushofer
Theater Erlangen - WUT von Elfriede Jelinek
Oper Bremen - LA DAMNATION DE FAUST von Hector Berlioz
Neuköllner Oper Berlin - N.N. (eine Uraufführung)


Nominierungen/Auszeichnungen

Deutscher Theaterpreis FAUST 2016
Nominierung in der Kategorie "Regie Musiktheater"
Nominierungsbegründung"Paul-Georg Dittrich inszeniert „Wozzeck“ in einer labyrinthischen, künstlichen und modellhaften Welt. Eine zeitlose Welt ohne Rückzugsräume, in der alle Figuren immer anwesend sind und sich ständig beobachten. Die Scheibe, auf der diese Welt montiert ist, und das ständige Drehen stehen für ein geschlossenes System, aus dem keiner entkommt. Verstärkt wird das noch durch die Kinder, die immer anwesend, zwanghaft durch Anschauung lernen, wie dieses System funktioniert, und die am Ende durch ihr so erlerntes Handeln alles wieder auf Anfang stellen. In den zum Teil grotesken Kostümen werden die Figuren künstlich überhöht, vermeiden so psychologische Darstellung und werden zu Archetypen. Die Künstlichkeit hält das Stück auf eine Distanz, die keine „Arme Leut“-Betroffenheit zulässt. Durch die Inszenierung wird die Musik nicht in eine abhängige Rolle gedrängt, weder vom Text des Dramas noch vom Gang der Handlung. Sie ist von Alban Berg in keiner Weise illustrativ komponiert, sondern „holt“, wie er sagt, „alles“, was zur Umsetzung des Dramas auf die Bühne notwendig ist „aus sich allein heraus“. Und sie wird auch durch die Inszenierung nicht zur Illustration gezwungen. Sie kann so ihren eigenständigen Anteil an dem Stück uneingeschränkt behaupten. Paul-Georg Dittrich zeigt geradezu modellhaft, was sinnvolle Musiktheaterregie ausmacht."
Video


Vorstellungen

  • Theater Aachen - DIE WAND
    nach dem Roman von Marlen Haushofer
    Premiere am 23. September 2016
    Vorstellungen: 30.09., 08.10., 12.10., 18.10., 22.10., 04.11., 12.11., 19.11., 25.11., 04.12., 08.12., 11.12., 17.12., 23.12.

  • Theater Erlangen - SWEET HOME EUROPA
    von Davide Carnevali
    Premiere am 04. Dezember 2015
     
    WIEDERAUFNAHME AB OKTOBER 2016
     

PRESSE (Auswahl)

  • «Eine bittere, ja depressive Inszenierung, die sich aber dem Kern des Werkes auf eindringliche Weise nähert. Wann hat man Wozzecks verzweifeltes "Immer zu, immer zu!" je szenisch so intensiv begründet erlebt wie hier, wo er seine Marie nicht nur vorbeitanzen, sondern sich dem Tambourmajor direkt hingeben sieht? Dittrich führt sein Personal in extreme Gefühlswelten hinein, lässt es außer sich geraten, brutalisiert es. (...) Ein unerhörter Wozzeck.»

    OPERNWELT

  • «Der junge Regisseur Paul-Georg Dittrich lieferte in Bremen eine frappierend neue Sicht auf Alban Bergs "Wozzeck"; eine Oper, die noch immer zu den herausforderndsten Anstrengungen des Musiktheater gehört. Dittrich verweigert das moralische Erbauungsstück, seine Interpretation vermittelt in ihrer Gesamtheit den Eindruck einer Welt, deren Traditionen und Historie immer mehr verloren gehen und die in diesem Vorgang äußerst komplex, kompliziert und rätselhaft ist. (...) Ein höchst eindrucksvoller Abend für das Bremer Theater und sein Ensemble, der ungewöhnlich viele "unerhörte" geistreiche Aspekte bietet.»

    DAS ORCHESTER

  • «Mit einem überwältigungsästhetischen Ansatz gelingt dem Regisseur Paul-Georg Dittrich eine Wozzeck-Inszenierung. (...) Diese hervorragende Inszenierung rückt uns Zuschauer auf die Pelle. Sie lässt uns keine Ruhe. Sie bedrängt, belastet, überfordert uns – mit ihrer tiefen Hoffnungslosigkeit. Mehr lässt sich von Musiktheater nicht erwarten.»

    TAZ

  • «Dieser Aufschrei über das Leid in der Welt und das Leiden an der Welt bewahrt in der Aufführung der Bremer Oper seine schockhafte Gewalt.»

    Frankfurter Allgemeine Zeitung

  • «Die Welt ist eine Drehbühne. Und sie dreht sich, immer zu, immer zu. (…) Am Theater Bremen ist die Welt von Alban Bergs "Wozzeck" ein Labyrinth auf einem kreiselnden Plattenteller. Bewohnt wird es von poetisch bizarr kostümierten Kunstfiguren. (…) Der Regisseur Paul-Georg Dittrich präpariert die unmenschliche Essenz dieser aus Versatzstücken aller möglichen Zeiten und Kulturen hybrid zusammenmontierten Kunstwelt grell heraus: Jeder missbraucht hier jeden als Opfer seiner Zwecke. (…) Mit der Synthese aus überzeitlicher Künstlichkeit und ausgestellter Grausamkeit erteilt Dittrich jedem Elendsrealismus der "armen Leut" eine klare Absage. Mit seinem Konzept macht er die Geschichte des armen Wozzeck genau da dingfest, wo auch Alban Berg sie verortet hat. (…) Viel Beifall und Bravos für Regieteam, Sänger und Musiker.»

    DIE DEUTSCHE BÜHNE

  • «Die berührendste Komponente wird durch immerwährend mitspielende Kinder repräsentiert. Diese sitzen oft vor Monitoren, die Ihnen die scheinbar großen Pflichten ihres Lebens mit den übergroß erscheinenden Phrasen wie "Disziplin", "Reinlichkeit" oder "Strafe" unentrinnbar demonstrieren. Sie werden dem Schicksal ganz klar in der nächsten Runde des Geschehens, also ihrer eigenen Zukunft, nicht entgehen können. Am Ende des Abends sind alle – auch die Erwachsenen – wieder in ihrer Ausgangssituation und neu positioniert für eine weitere Drehung dieses ausweglosen Lebenskreises. (...) Dieses Bild und die Videoeinspielungen auf zwei im Raum positionierten Vorhängen verschaffen den Szenen und Stimmungen Nachdruck, ohne die handelnden Personen oder deren Spiel zu relativieren. (...) Das Publikum folgt der Aufführung gebannt. Starker Beifall für alle Beteiligten, insbesondere für das Regieteam.»

    OPERNNETZ.DE

  • «Der Wunsch des Komponisten Alban Berg ging jetzt in der Premiere am Bremer Theater am Goetheplatz großartig in Erfüllung. (...) Es macht das überragende Niveau dieser Aufführung aus, dass es ihr gelingt, die Abhängigkeit von Wozzeck und Marie und den Zynismus der Mächtigen in die Aktualität unserer Welt zu überführen.»

    NEUE MUSIKZEITUNG

  • «Überbordend vor Ideen konfrontiert Dittrich die Schleswiger mit einem Brecht in Castorf-Manier. So gekonnt lässt man sich Brechts finessenreiche Dialektik gern vorführen: Kapitalismus als System gewordene Schizophrenie, wer hier schenkt muss da ausbeuten.»

    NACHTKRITIK.DE

  • «Eine brillante Idee. Fast brutal reist Dittrich die "vierte" Wand nieder, bindet das Publikum ein, jongliert mit Gestaltungsmitteln wie kommentierenden Liedern, fliegenden Rollenwechseln oder Zwischenspielen. Ein Abend mit Suchtpotential.»

    KIELER NACHRICHTEN

  • «(...) Dittrichs wunderbar fragile bis fratzenhafte Regie.»

    THEATER DER ZEIT

  • «(...) ein kleines Theaterwunder.»

    DIE DEUTSCHE BÜHNE

  • «Die Inszenierung rüttelt auf, sorgt aber andererseits auch für Gänsehaut und große Gefühle. Wirklich sehenswert.»

    RADIO BREMEN

  • «Dittrich gelingt eine dichte, provokative und aufrüttelnde Inszenierung.»

    HAMBURGTHEATER.DE

  • «Wer hat Angst vor Heiner Müller? Nicht Paul-Georg Dittrich, dessen Inszenierung ein abstraktes Gemälde, eine Provokation der Sinne, eine schallende Ohrfeige an das angepasste Theater ist. (...) Keine Aufführung wird der anderen gleichen, ein Hoch auf das lebendige Theater! Ob "Der Auftrag" scheitern wird, entscheiden die Zuschauer. Er besitzt auf jeden Fall die Qualität, eine der umstrittensten Aufführungen am Theater Aachen zu werden.»

    MOVIE-BETA MAGAZIN

  • «Die anspruchsvolle Inszenierung von Paul-Georg Dittrich konfrontiert auf erschütternde Weise mit (Selbst-)Vorwürfen, vor denen wir nur allzu gern die Augen verschließen: Die Verantwortung der dritten Welt gegenüber. (...) Eine tiefgreifende Inszenierung, die trotz ihrer Abstraktheit gezielt alltägliche Gefühle und Gedanken aufspießt und gnadenlos vor Augen führt.»

    WWW.KLENKES.DE

  • «Eine packende Inszenierung mit raffiniertem Zusammenspiel von Musik, visuellen Mitteln und überzeugendem Schauspiel.»

    AUGSBURGER ALLGEMEINE

  • «Spürbar sind die Schauspieler mit vollem Einsatz dabei, ihre Botschaft ins Publikum zu tragen. Aufklärtheater im besten Sinne – und dabei glänzend unterhaltend. Eine fulminante Vorstellung.»

    SCHWÄBISCHE POST

  • «Händel trifft auf Free-Jazz, Sänger begegnen einem Schauspieler, Splatter-Film bemächtigt sich der antiken Atriden-Tragödie. Ein perfekt funktionierender Konfrontationskurs zwischen Oper und Schauspiel - mit einem überraschend vielschichtig und satirisch ausgefallenen Ergebnis. (...) Der Regisseur zerstört Händels Koloratur- und Melodienglanz mit dem Sezierbesteck des epischen Theaters und legt drastisch den brutalen Kern des Mythos bloß.»

    HAMBURGER ABENDBLATT

  • «Skandal: Regisseur veranstaltet Zwangsheirat zweier Bühnenstücke - der Pöbel findet's gut! Was geschieht, wenn man frei nach Jaques Offenbach eine Räuberbande, vier Musikanten in bayrischer Tracht und eine lüsterne Großherzogin samt ihren Handlangern zusammen für zwei Stunden in einen Raum sperrt? Das nennt man schlicht und einfach: ein technisch raffiniertes Mash-Up-Projekt namens "Die Banditen von Gerolstein". Oder aber: einen sauguten Theaterabend.(…) "Die Banditen von Gerolstein" ist politisch, bleibt aber angenehm zeigefingerlos. (…) Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen bildet der intelligente Umgang mit multimedialen Elementen. Greenbox Kameras und Linsen, die aus wahnwitzigen Perspektiven filmen und live auf Leinwände übertragen, kreieren groteske Szenen, wo Theater und Film sich die Hand reichen. Teilweise zum Brüllen komisch, manchmal verstörend, immer aber originell umgesetzt. Großes Kompliment für diesen Einfallsreichtum.»

    AUSGBURGER MAGAZIN

  • «…und das macht die Qualität von Paul-Georg Dittrichs Uraufführungsinszenierung aus - die Bilder sprechen lassen. Nicht, dass sie die Lücken füllen würden, die der bruchstückhafte, ganz und gar nicht wortmächtige Text offen lässt, offen lassen muss. Sie ergänzen ihn assoziativ, malen aus und zeigen, wie sich die Figuren, wie sich Menschen fühlen, die keine Sprache für Selbstverlust und Ambivalenzen haben.»

    DEUTSCHLAND RADIO KULTUR


INSZENIERUNGEN (Auswahl)


  • Die Wand
    Theater Aachen


  • Radikal
    Stadttheater Bremerhaven


  • Wozzeck
    Theater Bremen (Oper)


  • Sweet Home Europa (Fotos: Jochen Quast)
    Theater Erlangen


  • Der Auftrag
    Theater Aachen


  • Golem
    Neuköllner Oper Berlin


  • Gegen die Wand
    Stadttheater Bremerhaven


  • Gaunerstück
    Theater Aachen


  • Die Banditen von Gerolstein
    Theater Augsburg


  • Exit Paradise
    Neuköllner Oper Berlin


  • The Black Rider
    Theater Heidelberg


  • Der gute Mensch von Sezuan
    Landestheater Schleswig-Holstein


  • Endlich Eiszeit
    Landestheater Tübingen


  • Orlando
    Theater Aachen


  • Schwimmen lernen (UA)
    Theater Heidelberg


  • Die Firma dankt
    Landestheater (LTT) Tübingen


  • Fegefeuer
    Theater Kiel


  • Ammen
    Theater Heidelberg


  • Orest reloaded
    Lichthof Hamburg/Maxim Gorki Theater Berlin


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